Sonne - Die ganzjährig unterschätzte Gefahr

von Oliver Eisenbiegler (Kommentare: 0)

 

Heller und schwarzer Hautkrebs - wichtige Unterschiede

Die Fachärztin unterscheidet dabei zwischen hellem Hautkrebs und dem malignen Melanom, im Volksmund auch als schwarzer Hautkrebs bekannt. Ersterer ist gut behandelbar, fällt aber unter die chronischen Hautkrankheiten, da er je nach Sonnenexposition und Hauttyp immer wieder auftritt, beziehungsweise auftreten kann. Er äußert sich unter anderem in roten, sich schuppenden und leicht herausgewachsenen Stellen, die, statt abzuheilen, immer größer werden.

"Besonders gefährdet sind Körperregionen, die jahrelang ungeschützt der UV-Strahlung ausgesetzt waren", weiß Dr. Ilona Schreiber. "Dazu gehören Gesicht, unbehaarte Kopfhaut, vor allem aber Nase und Wangen, sowie Ohren, Schultern, Dekollete, Unterschenkel und Unterarme." Das maligne Melanom ist der gefährlichste Hautkrebs. Hier wandeln sich pigmentbildende Zellen in bösartige Zellen um. Die Gefahr ist, dass sie unkontrolliert weiter wachsen und in tieferliegendes gesundes Gewebe eindringen. "Die bösartigen Zellen können über das Blut oder die Lymphe in andere Körperteile gelangen, sich dort ansiedeln und die Bildung von Metastasen begünstigen." Maligne Melanome entwickeln sich oftmals aus bereits vorhandenen Leberflecken. Ab einer gewissen Tumordicke ist die Erkrankung unheilbar.

 

Wie kann man sich schützen?

"Am Sichersten ist es, übermäßige UV-Strahlung zu meiden. Und wenn man draußen aktiv ist: Nie den Sonnenschutz vergessen." Bei Sonnencremes sollte man, insbesondere wenn man zur erhöhter Schweißbildung neigt, zu liposomalen Produkten greifen. Die UV-Schutzfilter sind hier in kleinste Fettkügelchen verpackt, die in die Haut eindringen und die Filter in die oberste Hautschicht transportieren. "Die beste Vorbeugung ist allerdings die Kleidung", gibt Dr. Ilona Schreiber zu Bedenken. Insbesondere Kopf, Schultern und Unterarme sind am häufigsten betroffen, weil die UV-Strahlung hier fast senkrecht auftreffen kann. Aber: "Eine Kopfbedeckung mit Schild kann diese um bis zu 70 Prozent verringern."

 

Berg- und Skisportler besonders gefährdet

Zur absoluten Risikogruppe zählen laut Dr. Ilona Schreiber die Berg- und Skisportler. Pro 1000 Höhenmeter steigt die Kraft der Sonne um zirka 10 Prozent, zusätzlich reflektieren Schnee und Eis etwa 80 Prozent der UV-Strahlen. Das weiß auch Biathlon-Weltmeisterin Uschi Disl. "Eincremen und sich so zu schützen, ist extrem wichtig." Das beherzigt die 47-Jährige auch im Sommerurlaub. "Ich wärme mich bereits eingecremt in der Sonne maximal zehn Minuten auf und gehe dann in den Schatten."

 

Expertin empfiehlt regelmäßiges Hautscreening

Die Expertin, die sich unter anderem auf die Hautkrebs-Früherkennung und die modernsten Therapien zur Behandlung spezialisiert hat, empfiehlt jedem, der sich oft im Freien aufhält, in gewissen Abständen ein Hautscreening durchführen zu lassen. Dabei wird die Haut sorgfältig nach Auffälligkeiten untersucht, Muttermale und Leberflecke mittels Technik auf das 70-fache vergrößert. "So sollen bösartige Hauttumore oder deren Vorstufen rechtzeitig erkannt werden, um schnellstmöglich reagieren zu können."

 

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