Heller Hautkrebs

by Cordula Dammer (comments: 0)

Heller Hautkrebs

 

Hautkrebs ist die mit Abstand häufigste Krebsart in Deutschland. Experten schätzen, dass jeder 20. Deutsche im Laufe seines Lebens die Diagnose Hautkrebs erhalten wird – Tendenz steigend. Weitaus häufiger als der schwarze Hautkrebs sind die verschiedenen Arten des hellen Hautkrebs und dessen Vorstufen.

  

Verschiedenste Untersuchungen aus europäischen Ländern und den USA zeigen, dass bei 11 bis 26 Prozent der hellhäutigen Erwachsenen die frühe Form des hellen Hautkrebs, sogenannte Aktinische Keratosen, an der Haut zu finden sind.

  

Meist entstehen Aktinische Keratosen an chronisch lichtgeschädigten Hautarealen und fallen oft nur als raue, schuppende Rötung auf. Diese kann wenige Millimeter bis einige Zentimeter messen. Im Laufe der Zeit entstehen immer mehr dieser rauen Stellen, was dafür spricht, dass eine ganze Region wie die Stirn, Nase oder Oberkopf betroffen ist.

  

Risikofaktoren für die Entstehung sind Alter, geographische Einflüsse wie Höhe und Breitengrad des Wohnorts und vor allem die Gesamt-UV-Exposition während des Lebens. Daher sind vor allem Menschen betroffen, die heute in der zweiten Lebenshälfte sind und in der Jugend keinen Sonnenschutz angewendet haben sowie Menschen mit beruflich oder freizeitbedingter Sonnenexposition. Neben den häufigen Aufenthalten in südlichen Ländern schädigen auch das tägliche Spazierengehen, das Radfahren oder die Gartenarbeit langfristig die ungeschützte Haut.

  

Das Problem ist nur, dass die meisten Menschen diese Hautveränderungen gar nicht als besorgniserregend wahrnehmen. Die meisten Patienten gewöhnen sich an diese zunehmenden rauen Stellen und werden erst durch die Hautkrebsvorsorgeuntersuchung beim Hautarzt darauf aufmerksam.

  

Durch die Inspektion der gesamten Haut und dank der modernen Möglichkeiten zur Hautkrebsfrüherkennung können solche Hautauffälligkeiten rechtzeitig erkannt und behandelt werden. Die Früherkennung ist auch hier besonders wichtig, da die frühen Formen des hellen Hautkrebs noch oberflächliche Schäden darstellen und somit auch mittels oberflächlicher Verfahren geheilt werden können. Dazu zählen die Lasertherapie, eine besondere Lichtbestrahlung (Photodynamische Therapie) oder auch die Anwendung spezieller Cremes.

  

Entwickelt sich aus den Vorstufen ein tiefer, sogenannter invasiver heller Hautkrebs, muss in fast allen Fällen operiert werden, um möglichst eine vollständige Entfernung zu erzielen. Auch diese invasiven Hautkrebsarten sehen oft eher harmlos aus, so wie eine gerötete, nicht heilende kleine Hautverletzung.

  

Insgesamt 40- bis 50 Prozent der Betroffenen entwickeln innerhalb von 12 Monaten nach der Diagnose neue Vorstufen des hellen Hautkrebs. Das liegt daran, dass die Zellschäden der Haut, die letztendlich zur Haut-krebsentwicklung beim Patienten führen, oft schon viele Jahre zurückliegen. Daher ist ein wiederholtes Auftreten solch bösartiger Veränderungen an anderer Hautlokalisation durchaus möglich.

  

Unsere Botschaft an Sie ist die Empfehlung regelmäßig zur Hautkrebsvorsorge zu gehen. Dies ermöglicht eine frühe Diagnostik suspekter Hautveränderungen und eine stadiengerechte Therapie. Somit lässt sich meist eine Ausbreitung von Krebszellen an der Haut oder gar in andere Organe verhindern.

 

Dr. med Cordula Dammer 

Dr. med. Ilona Schreiber 

 

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