Die unterschätzte Gefahr: Sonne und Hautkrebs

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Sonne und Hautkrebs

In den letzten Jahrzehnten kam es zu einem deutlichen Anstieg von bösartigen Hauttumoren. Zum einen liegt dies daran, dass die Menschen immer älter werden, die Schutzmechanismen der Haut, und die Immunüberwachung des Körpers aber abnehmen. Dann entsteht Hautkrebs. Es ist aber auch festzustellen, dass immer mehr Patienten eine Hautkrebsvorsorgeuntersu-chung wahrnehmen und so mehr Hautkrebsfälle oder deren Vorstufen diagnostiziert werden können.
Diese Hautkrebsvorsorgeuntersuchungen führen zu einer deutlichen Reduktion der Sterblichkeit aufgrund von Hautkrebs, da dieser viel früher erkannt wird. Die Früherkennung ist immer noch einer der wichtigsten Faktoren für die Lebenszeitprognose.
Am gefürchtetsten ist sicherlich der schwarze Hautkrebs (Melanom). Er tritt auch bei jüngeren Menschen auf, metastasiert rasch und hat im fortgeschrittenen Stadium eine sehr schlechte Prognose. Für die Entstehung des Melanoms scheinen eine wiederholt starke Sonnenbelastung der Haut und Sonnenbrände in der frühen Kindheit ein Risiko darzustellen. Es kann sich auch aus bestehenden Muttermalen entwickeln, weswegen regelmäßige Muttermalkontrollen schon ab dem Jugendalter wichtig sind.
Davon unterscheidet sich der helle Hautkrebs und seine Vorstufen. Dieser entwickelt sich vor allem in späteren Lebensjahren, ist weniger aggressiv und wird vor allem durch lebenslang gesammeltes UV-Licht verursacht. Er kommt daher insbesondere an unbedeckten Körperstellen wie Kopf, Gesicht, Dekolleté und Handrücken vor und zeigt sich oft nur als rötlich rauer Fleck.
Viele ältere Patienten verhalten sich in den letzten Jahren auch durch die verbesserte Aufklärung sehr gesundheitsbewusst, vermeiden Sonnenbrände und können oft nicht verstehen, dass sie dennoch hellen Hautkrebs entwickelt haben. Die Schädigung der Haut fand allerdings schon in jungen Jahren und über lange Zeit hinweg statt, was sich oft erst im Alter mit einer Verzögerung von 20 bis 30 Jahren als Hautkrebs zeigt.
Umso wichtiger ist es, Hautkrebsvorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen, denn insbesondere der helle Haukrebs ist durch verschiedenste Verfahren wie Lasertherapie, photodynamische Therapie oder eine Operation, die meist nur in lokaler Betäubung und ambulant erfolgt, gut heilbar.


Die wichtigsten Punkte zur Vorbeugung von Hautkrebs:

 

  • Meiden intensiver Sonnenstrahlen zwischen 11 und 15 Uhr 
  • Unbedeckte Hautareale sollten mittels Sonnenschutzpräparaten mit einem Lichtschutzfaktor von mindestens 20 und ausgewiesenem UVA-Schutz 30 Minuten vor Sonneneinwirkung abgedeckt werden. 
  • Sonnenbrände in jedem Alter unbedingt meiden! 
  • Neue Hautveränderungen wie auffallend dunkle und helle Flecken, juckende oder blutende Muttermale nicht ignorieren! 
  • Sonnencremes in ausreichender Menge (ca. 7 Esslöffel für den Körper) und mehrfach am Tag, vor allem nach dem Baden, auftragen. 
  • Ausreichende Aufnahme von Nahrungsmitteln, die die Hautempfindlichkeit gegenüber UV-Strahlen senken, wie mehrfach ungesättigte Fettsäuren, ß-Karotin, Vitamin C und E. 
  • Vorsicht: Medikamente wie Antibiotika, Blutdruck- oder Blutfettsenker können die Lichtempfindlichkeit erhöhen! 
  • Regelmäßige Vorsorgeuntersuchung alle 12 bis 24 Monate. 

 

Die neuesten Erkenntnisse über Hautkrebs vom Kongress:

 

  • in Deutschland gibt es ca. 220.000 Neuerkrankungen an Hautkrebs pro Jahr. 
  • Täglich zehn Minuten Sonne auf einen Quadratdezimeter Haut (etwa so groß, wie eine Hand) reicht für die Vitamin-D-Produktion vollkommen aus! 
  • Der schwarze Hautkrebs hat ab einem Millimeter Eindringtiefe in die Haut das Potenzial, Metastasen auszubilden und somit immer noch eine schlechte Prognose. 
  • Früherkennung und regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen bleiben die sicherste Prophylaxe, um nicht an Hautkrebs zu erkranken. 

Dr. med. Ilona Schreiber
Dr. med. Cordula Ott

 

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